Elemental analysis
Ob Legierungsprüfung, Schadensanalyse oder PFAS-Screening: Die Elementaranalyse liefert wichtige Informationen über die chemische Zusammensetzung eines Materials. Sie hilft dabei, Verunreinigungen nachzuweisen, Werkstoffe eindeutig zuzuordnen und Ursachen für Schäden oder Qualitätsabweichungen zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
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Was ist eine Elementaranalyse?
Die Elementaranalyse ist ein Verfahren der analytischen Chemie zur qualitativen und quantitativen Bestimmung chemischer Elemente in einer Probe. Sie zeigt, welche Elemente – etwa Eisen, Kupfer, Chlor oder Schwefel – enthalten sind und in welcher Konzentration sie vorliegen.
Im Gegensatz zur Molekülanalyse konzentriert sich die Elementaranalyse ausschließlich auf die elementare Zusammensetzung eines Materials. Die Methode wird unter anderem eingesetzt, um Legierungen zu bewerten, Verunreinigungen nachzuweisen oder Schadensursachen zu untersuchen.
Qualitative und quantitative Elementaranalyse
Die qualitative Elementaranalyse zeigt, welche Elemente in einer Probe enthalten sind. Die quantitative Elementaranalyse bestimmt zusätzlich die Konzentration der einzelnen Elemente – meist in Form von Masseanteilen, Konzentrationen oder Spurengehalten. In der Praxis liefern viele Verfahren beide Informationen gleichzeitig.
Organisch oder anorganisch – je nach Probenart
Darüber hinaus wird zwischen organischer und anorganischer Elementaranalyse unterschieden. Die organische Elementaranalyse konzentriert sich auf Kohlenstoffverbindungen und dient der Bestimmung typischer Elemente wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel.
Die anorganische Elementaranalyse dagegen ist auf Elemente außerhalb der organischen Chemie fokussiert – etwa Metalle, Halbmetalle, Halogene und anorganisch gebundene Nichtmetalle. In technischen und industriellen Anwendungen steht sie meist im Vordergrund, etwa bei der Werkstoffprüfung, Rückstandsanalytik oder der Prozessüberwachung.
Warum wird eine Elementaranalyse durchgeführt?
Die Elementaranalyse liefert grundlegende Informationen über die stoffliche Zusammensetzung eines Materials. Sie ist häufig der erste Schritt, um ein unbekanntes Material einzuordnen, die Qualität eines Werkstoffs zu prüfen oder die Ursache von Abweichungen zu identifizieren. Selbst wenn ein Produkt äußerlich keine Auffälligkeiten zeigt, kann die Elementverteilung entscheidend für seine Funktion, Sicherheit oder Konformität sein.
Materialcharakterisierung und Qualitätssicherung
In der Werkstoffkunde dient die Elementaranalyse dazu, zu überprüfen, ob Materialien den geforderten Spezifikationen entsprechen. Sie ist damit ein zentrales Instrument der Qualitätssicherung. Besonders bei metallischen Werkstoffen liefert sie präzise Informationen über die Legierungszusammensetzung sowie über unerwünschte Begleitelemente oder Verunreinigungen, die die Funktion oder Lebensdauer eines Produkts beeinflussen können.
Schadensanalyse und Ursachenforschung
Bei Schäden an Bauteilen oder Baugruppen hilft die Elementaranalyse dabei, Rückstände, Korrosionsprodukte oder Materialveränderungen zu untersuchen. So lassen sich schädigende Einflüsse wie Chlor oder Schwefel identifizieren und Abweichungen von der Soll-Zusammensetzung erkennen. In der Schadensanalytik ist die Elementaranalyse deshalb eng mit mikroskopischen, spektroskopischen und mechanischen Prüfverfahren verknüpft.
Konformitätsprüfungen und gesetzliche Vorgaben
Auch bei der Frage, ob ein Produkt bestimmte Grenzwerte einhält oder normgerecht zusammengesetzt ist, ist die Elementaranalyse ein wichtiges Werkzeug. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Einhaltung von Vorgaben wie RoHS, REACH oder der EU‑Verpackungsverordnung. Sie ermöglicht den Nachweis oder Ausschluss regulierter Elemente wie Halogene oder Schwermetalle.
Die Elementaranalyse
bei Quality Analysis
Elemente identifizieren, Ursachen verstehen
- Bestimmung der chemischen Zusammensetzung von Werkstoffen
- Analyse von Korrosionsprodukten und Schadensrückständen
- Nachweis von Verunreinigungen und Kontaminationen
- Überprüfung von Legierungen und Materialspezifikationen
- Spurenanalytik im ppm-Bereich
- Elementverteilungsanalysen mittels REM-EDX
- Multi-Elementanalysen mittels ICP-OES
- Halogenanalytik mittels Verbrennungsionenchromatographie (CIC)
- Zerstörungsarme Untersuchungen mittels Röntgenfluoreszenzanalytik (RFA)
- Unterstützung bei Schadensanalysen und Qualitätssicherung
Methoden der Elementaranalyse
Optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma
Die ICP-OES dient der gleichzeitigen Bestimmung vieler Elemente in flüssigen Proben. Feste Materialien werden zuvor meist durch Säureaufschluss in Lösung überführt. Im Plasma werden die Atome angeregt und emittieren charakteristische Lichtspektren, die eine quantitative Analyse ermöglichen.
Typische Anwendungen sind Werkstoffe, Korrosionsprodukte, Rückstände und Prozesswässer. Die Methode zeichnet sich durch hohe Empfindlichkeit aus und eignet sich besonders für Mehr-Element-Analysen.
Rasterelektronenmikroskopie mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX)
REM-EDX kombiniert hochauflösende Oberflächenbilder mit einer lokalen Elementanalyse. So lässt sich die chemische Zusammensetzung einzelner Partikel, Rückstände oder Schichten gezielt bestimmen.
Das Verfahren eignet sich besonders für Schadstellen, Bruchflächen und Fremdpartikel und wird häufig in der technischen Sauberkeit (VDA 19.1 & ISO 16232) eingesetzt, etwa bei der Bewertung metallischer oder mineralischer Partikel.
Verbrennungsionenchromatographie (CIC)
Die CIC wird zur Bestimmung von Halogenen wie Fluor, Chlor, Brom, von Schwefel sowie von Summenparametern wie AOX, EOX,, TF, AOF, EOF oder TOF eingesetzt. Sie eignet sich für feste, flüssige und pastöse Proben.
Nach der Hochtemperaturverbrennung werden die entstehenden Verbindungen aufgefangen und ionenchromatographisch analysiert. So lässt sich die Gesamtbelastung durch halogenierte Stoffe und Schwefel zuverlässig erfassen.
Typische Anwendungen sind Verpackungsmaterialien, Rückstände auf Bauteilen und Prozessmedien und deren Bewertung auf Halogenfreiheit und im PFAS-Screening.
Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA)
Die RFA (englisch: XRF) ist ein zerstörungsfreies Verfahren zur schnellen Bestimmung der elementaren Zusammensetzung von Materialien und Schichtsystemen, insbesondere bei Metallen, Legierungen, Keramiken, Pulvern und beschichteten Oberflächen. Durch Anregung mit Röntgenstrahlung entstehen charakteristische Fluoreszenzsignale, die eine qualitative und quantitative Elementanalyse ermöglichen.
Funkenemissionsspektroskopie (OES)
Die Funkenemissionsspektroskopie (OES) dient der schnellen und präzisen Bestimmung der elementaren Zusammensetzung von Metallen und Legierungen. Ein elektrischer Funke regt die Probenoberfläche an, wodurch charakteristische Emissionsspektren entstehen, die quantitativ ausgewertet werden. Die Methode ermöglicht die Zuordnung zu Werkstoffgüten anhand von Normen, Stahlschlüsseln oder Kundenvorgaben und wird vor allem in der Qualitätskontrolle eingesetzt.
Anwendung 6
Flächenrauheit
Mit dem Laser-Scanning-Mikroskop untersuchen wir berührungslos die Oberflächenrauheit und -topografie von Metallen, Polymeren, Halbleitern, Keramiken, Mehrschichtsystemen u.v.m. So können wir die Qualität und Funktionsfähigkeit der Oberflächen sowie einen evtl. Materialverschleiß und Vertiefungen bewerten und dreidimensional darstellen.
Beschichtungen
Zur Untersuchung von Schutz- und Funktionsschichten setzen wir zahlreiche Analysetechniken ein, um die Schichtdicke, die Fusionslinie, die Oberflächentopografie, die Rauheit, die Mikrohärte u.v.m. zu bestimmen. Auch eine Begutachtung der Beschichtungsoberfläche und Bestimmung der Materialzusammensetzung der Beschichtung ist möglich.
Schichtdickenmessung
Die Schichtdickenmessung zusammengesetzter Polymere kann ebenfalls mit dem Laser-Scanning-Mikroskop mit einer Auflösung im Bereich weniger Nanometer erfolgen. Auch eine dreidimensionale Darstellung der einzelnen Schichten des jeweiligen Werkstücks ist mit dieser bewährten Untersuchungsmethode zuverlässig und mit hoher Genauigkeit möglich.
Rasterelektronenmikroskopie
Die Rasterelektronenmikroskopie ermöglicht eine hochauflösende und dreidimensionale Darstellung von Oberflächen und Strukturen sowie die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Probe (EDX-Analyse). Die FIB-SEM-Mikroskopie erlaubt Probenpräparationen im Nanomaßstab zur Tiefenanalyse von Gefügestrukturen und Beschichtungen.
Zug- / Druck- / Biegeprüfung
Die Zug-, Druck- und Biegeprüfung gehören zum klassischen Repertoire der zerstörenden Werkstoffprüfung. Mit modernen Prüfeinrichtungen, einer umfassenden Kenntnis der relevanten Regelwerke und viel praktischer Erfahrung sorgen unsere Experten für die korrekte Durchführung der einzelnen Prüfungen.
Legierungszusammensetzung (OES)
Mittels der Funkenemissionsspektroskopie (OES) untersuchen wir einzelne Legierungselemente wie Eisen, Aluminium, Kupfer, Zink, Magnesium, Titan, Kobalt oder Nickel qualitativ und quantitativ auf ihre Zusammensetzung. Diese wird mit den in Normen und im Stahlschlüssel aufgelisteten Grenzwerten oder Ihren eigenen Vorgaben abgeglichen und bewertet.
Typische Einsatzbereiche der Elementaranalyse in der Praxis
Die Elementaranalyse kommt in zahlreichen technischen und industriellen Anwendungen zum Einsatz und ist ein zentrales Werkzeug für Qualitätssicherung, Fehlersuche und regulatorische Bewertungen.
Werkstoffprüfung und Legierungsanalytik
Die Elementaranalyse dient der Überprüfung von Legierungszusammensetzungen, etwa bei Stahl-, Aluminium- oder Kupferwerkstoffen. Sie hilft, Materialien Spezifikationen zuzuordnen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen, beispielsweise in der Wareneingangskontrolle oder Lieferantenqualifizierung.
Bewertung von Partikeln, Rückständen und Ablagerungen
In der technischen Sauberkeit wird die Elementaranalyse genutzt, um Partikel oder Rückstände auf Bauteilen zu identifizieren. So lässt sich unterscheiden, ob es sich um metallische Abriebe, Korrosionsprodukte oder Umgebungsverschmutzungen handelt.
Prüfung auf Halogene, Schwermetalle und regulierte Stoffe
Bei Verpackungen, Kunststoffen oder Prozessmedien wird die Elementaranalyse zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben eingesetzt. Halogene, Schwermetalle oder fluorbezogene Summenparameter können zuverlässig nachgewiesen bzw. bewertet werden, etwa im Rahmen von PFAS-Screenings.
Häufige Fragen zur Elementaranalyse
Die folgenden FAQs geben einen kompakten Überblick über die wichtigsten Grundlagen und Einsatzmöglichkeiten der Elementaranalyse.
Die Elementaranalyse ist ein Verfahren der analytischen Chemie zur Bestimmung chemischer Elemente in einer Probe. Sie zeigt, welche Elemente enthalten sind und in welcher Konzentration sie vorliegen. Die Methode wird unter anderem in der Werkstoffprüfung, Schadensanalyse und Qualitätssicherung eingesetzt.
Je nach eingesetztem Verfahren lassen sich zahlreiche chemische Elemente nachweisen – darunter Metalle wie Eisen, Aluminium oder Kupfer sowie Nichtmetalle wie Schwefel, Chlor oder Fluor.
In der organischen Elementaranalyse werden häufig die sogenannten CHNOS-Elemente bestimmt:
- Kohlenstoff (C)
- Wasserstoff (H)
- Stickstoff (N)
- Sauerstoff (O)
- Schwefel (S)
Die qualitative Elementaranalyse zeigt, welche Elemente in einer Probe enthalten sind. Die quantitative Elementaranalyse bestimmt zusätzlich deren Konzentration oder Mengenanteile.
Die Elementaranalyse eignet sich für zahlreiche Materialien und Probenarten – etwa Metalle, Kunststoffe, Beschichtungen, Pulver, Flüssigkeiten, Rückstände oder Korrosionsprodukte. Auch komplexe technische Bauteile und Partikel können analysiert werden.
Die Elementaranalyse wird unter anderem zur Werkstoffprüfung, Schadensanalyse, Reinheitsbewertung, Legierungsanalyse und Qualitätskontrolle eingesetzt. Außerdem unterstützt sie bei regulatorischen Bewertungen, beispielsweise im Rahmen von RoHS-, REACH- oder PFAS-Prüfungen.
Kurz zusammengefasst:
Warum die Elementaranalyse unverzichtbar ist
Die Elementaranalyse liefert grundlegende Informationen zur Zusammensetzung von Werkstoffen, Rückständen und funktionalen Materialien. Sie ermöglicht nicht nur die Identifikation und Quantifizierung einzelner Elemente, sondern unterstützt auch bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, der Ursachenforschung bei Schäden und der Bewertung von Produktqualität.