Schliffuntersuchung

Die inneren Strukturen eines Materials entscheiden über seine Belastbarkeit, Qualität und Lebensdauer. Doch wie macht man diese unsichtbaren Eigenschaften sichtbar? Die Schliffuntersuchung eröffnet durch präzise Präparation und Analyse Einblicke in die Struktur von Werkstoffen.

Inhaltsverzeichnis

Prüfung von Schweiß- und Lötnähten

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Schlifferstellung zur Probenpräparation

Was ist eine Schliffuntersuchung?

Die Schliffuntersuchung ist eine Methode der Materialographie, insbesondere der Metallographie zur Analyse der Mikro- und Makrostruktur von Werkstoffen.

Dafür wird eine Materialprobe gezielt präpariert – etwa durch Trennen, Schleifen, Polieren und Ätzen –, um Gefügestrukturen, Phasengrenzen oder Defekte sichtbar zu machen.

So lassen sich unter anderem Korngrößen, Einschlüsse, Porositäten oder Mikrorisse untersuchen, die entscheidend für die Qualität, Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit eines Werkstoffs sind.

Ziele und Bedeutung der Schliffuntersuchung

Die Schliffuntersuchung dient dazu, die innere Struktur eines Werkstoffs sichtbar und bewertbar zu machen. Auf Basis der Untersuchung lassen sich wichtige Aussagen über Materialqualität, Fertigungsprozesse oder Schadensursachen treffen.

 

Typische Bewertungsmerkmale sind:

Korngrößen

Phasenverteilung

Einschlüsse

Porositäten

Mikrorisse

Schichtaufbau

Die Schliffuntersuchung
bei Quality Analysis

Bei Quality Analysis setzen wir die Schliffuntersuchung gezielt ein, um Werkstoffe, Beschichtungen und Bauteile detailliert zu analysieren. Von der präzisen Probenpräparation bis zur detaillierten Analyse liefern wir verlässliche Ergebnisse für Qualitätskontrolle, Schadensanalyse und Werkstoffbewertung.

Unsere Leistungen umfassen:

Arten der Schliffuntersuchung: Makroschliff und Mikroschliff – zwei Perspektiven auf Materialstrukturen

Die Schliffuntersuchung gliedert sich in zwei zentrale Ansätze: den Makroschliff und den Mikroschliff. Durch die Kombination beider erhält man ein vollständiges Bild der Materialstruktur – von groben Defekten bis zu feinsten Gefügedetails.

Untersuchung von groben Strukturen und Defekten am Makroschliff

Makroschliff: Überblick über die Makrostruktur

Der Makroschliff dient der Untersuchung grober Strukturen und Defekte wie Porositäten, Gussfehlern oder Schweißfehlern. Die Probe wird meist geätzt, um Kontraste in der Materialstruktur sichtbar zu machen. Die Untersuchung erfolgt entweder ohne mikroskopische Hilfsmittel oder in niedrigen Vergrößerungsbereichen zwischen etwa 6x und 60x.

Untersuchung feinster Details am Mikroschliff

Mikroschliff: Präzise Analyse der Mikrostruktur

Der Mikroschliff ermöglicht die Untersuchung der feinen Details eines Materials, wie Korngrößen, Phasengrenzen, Mikrorisse oder Einschlüsse. Eine sorgfältige Präparation ist entscheidend, um eine spiegelglatte, artefaktfreie Oberfläche zu erzeugen. Die Analyse erfolgt unter anderem mit Lichtmikroskopen oder Rasterelektronenmikroskopen in Vergrößerungsbereichen von etwa 50x bis 1000x.

Ablauf der Schliffuntersuchung

Eine Schliffuntersuchung beginnt mit der sorgfältigen Präparation der Materialprobe. Die Qualität dieser Schritte beeinflusst maßgeblich die Aussagekraft der späteren Analyse.

Trennen mit dem Tischtrenn-System zur Probenpräparation

1.

Probenentnahme

Zunächst wird ein repräsentativer Bereich des Materials ausgewählt, der die typischen Eigenschaften oder spezifischen Defekte enthält.

Trennen mit der Diamant-Drahtsäge zur Probenpräparation in der Metallographie

2.

Trennen

Die Probe wird unter Verwendung eines Trennverfahrens abgetrennt, das die Mikrostruktur des Materials nicht beeinträchtigt.

Einbettung der Probe mittels Imprägnierharz zur Probenpräparation

3.

Einbetten

Zur Stabilisierung empfindlicher Proben, für eine handhabbare Form und eine gute Randschärfe wird die Probe in ein Imprägnierharz oder eine ähnliche Substanz eingebettet und ausgehärtet. Dabei kommen Kalt- oder Warmeinbettverfahren (elektrisch leitend oder nichtleitend) zum Einsatz.

Schleifen und Polieren zur Oberflächenpräparation

4.

Schleifen und Polieren

Die Oberfläche der Probe wird mithilfe von Schleifpapier und Poliermitteln geglättet, bis eine spiegelglatte, artefaktfreie Fläche entsteht, die die Mikrostruktur klar darstellt.

Das Ätzen in der Probenpräparation macht Gefügestrukturen in Metallen sichtbar

5.

Ätzen

Um die Gefügestruktur sichtbar zu machen, wird die Oberfläche mit chemischen oder elektrochemischen Mitteln behandelt, die bestimmte Strukturen oder Phasen hervorheben.

Sputtern der Probe als Vorbereitung für die REM-EDX-Analyse

6.

Sputtern

Um elektrisch nicht leitfähige Proben mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) zu analysieren, wird eine gleichmäßige Schicht Kohlenstoff oder Platin auf die Probe aufgetragen, was den Schliff leitfähig macht. Diesen Vorgang nennt man Sputtern.

Typische Fehler und Artefakte bei der Schliffuntersuchung

Die Qualität einer Schliffuntersuchung hängt stark von der richtigen Präparation ab. Fehler in einzelnen Arbeitsschritten können Artefakte erzeugen, die die tatsächliche Mikrostruktur verfälschen.

Typische Artefakte sind:

  • Ausziehstrukturen durch ungeeignete Poliermittel
  • Überätzungen der Gefügestruktur
  • thermische oder mechanische Randschädigungen
  • Kratzer oder Verformungen durch fehlerhafte Präparation

Eine angepasste und sorgfältige Präparation ist daher entscheidend für verlässliche Untersuchungsergebnisse.

Analysemethoden zur Schliffuntersuchung

Nach der Präparation wird die Probe mit unterschiedlichen mikroskopischen und analytischen Verfahren untersucht. Dadurch lassen sich sowohl die Mikrostruktur als auch chemische Zusammensetzungen detailliert analysieren.

Lichtmikroskop zur detaillierten Probenuntersuchung

Lichtmikroskopie

Dabei handelt es sich um eine Standardmethode in der Schliffuntersuchung, die Gefügestrukturen wie Korngrößen, Phasengrenzen und Defekte bei Vergrößerungen bis zu 1000-fach sichtbar macht. Diese Methode eignet sich besonders für die schnelle Beurteilung der Mikrostruktur.

Laser-Scanning-Mikroskop: Bilderzeugung durch Laserstrahl

Laser-Scanning-Mikroskopie

Die Laser-Scanning-Mikroskopie ermöglicht eine dreidimensionale Darstellung der Probenoberfläche mit hoher Tiefenschärfe und Auflösung. Sie wird eingesetzt, um feine topografische Details, Höhenunterschiede und Rauheiten zu analysieren. Besonders bei der Untersuchung von Mikrostrukturen oder Beschichtungen liefert diese Methode wertvolle Erkenntnisse.

Elektronenmikroskop zur Untersuchung von nano- und mikroskopischen Strukturen auf atomarer und molekularer Ebene

Rasterelektronenmikroskopie (REM)

Das Rasterelektronenmikroskop liefert hochauflösende Bilder der Oberfläche und Mikrostruktur eines Schliffs. Die REM-Analytik wird oft eingesetzt, um Korngrenzen, Einschlüsse oder kleinste Defekte präzise darzustellen.

Elektronenmikroskop zur Untersuchung von nano- und mikroskopischen Strukturen auf atomarer und molekularer Ebene

REM-EDX (Energiedispersive Röntgenspektroskopie)

Die energiedispersive Röntgenspektroskopie (EDX) wird in Kombination mit dem REM verwendet, um die chemische Zusammensetzung einzelner Bereiche zu analysieren. Diese Methode ist besonders hilfreich, um Phasen oder Einschlüssen detailliert zu charakterisieren.

Prüfung der Härte nach Vickers, Knoop oder Brinell

Härteprüfung

Ergänzend zur mikroskopischen Analyse kann am Schliff auch eine Mikrohärteprüfung durchgeführt werden. Dabei wird z. B. beim Vickers-Verfahren eine definierte Kraft auf eine geringe Fläche des Schliffs aufgebracht, um die Härte einzelner Gefügebestandteile zu bestimmen. Dies ist besonders wichtig zur Beurteilung von Werkstoffen mit heterogener Struktur.

Häufig gestellte Fragen zur Schliffuntersuchung

Die Schliffuntersuchung ist eine zentrale Methode der Materialographie und Metallographie zur Analyse von Werkstoffen. Die folgenden FAQs beantworten häufige Fragen zu Verfahren, Präparation und Anwendungsbereichen.

Die Schliffuntersuchung wird unter anderem in der Qualitätskontrolle, Schadensanalyse und Werkstoffentwicklung eingesetzt. Sie hilft dabei, Materialfehler zu identifizieren, Fertigungsprozesse zu bewerten und Schadensursachen gezielt zu analysieren.

Der Makroschliff dient der Untersuchung grober Strukturen und Defekte bei niedrigen Vergrößerungen. Der Mikroschliff ermöglicht dagegen die detaillierte Analyse feiner Gefügestrukturen wie Korngrenzen, Einschlüsse oder Mikrorisse.

Die Schliffuntersuchung eignet sich für zahlreiche Werkstoffe, darunter Metalle, Keramiken, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe und beschichtete Materialien.

Durch chemisches oder elektrochemisches Ätzen werden Gefügestrukturen und Phasen sichtbar gemacht, die ohne Behandlung kaum erkennbar wären.

Mit einer Schliffuntersuchung lassen sich unter anderem Porositäten, Einschlüsse, Mikrorisse, Korrosionsschäden, Schweißfehler und Gefügeabweichungen identifizieren.

Fehler bei der Präparation können Artefakte erzeugen und die Mikrostruktur verfälschen. Eine sorgfältige Präparation ist daher entscheidend für aussagekräftige Ergebnisse.

Schliffuntersuchung kurz zusammengefasst

Die Schliffuntersuchung ist ein Verfahren der Materialographie zur Analyse der Mikro- und Makrostruktur von Werkstoffen. Durch präzise Präparation und mikroskopische Untersuchungsmethoden lassen sich Gefügestrukturen, Defekte und Materialeigenschaften sichtbar machen. Die Methode wird unter anderem in der Qualitätskontrolle, Schadensanalyse und Werkstoffentwicklung eingesetzt.

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