TF, TIF und TOF im Vergleich

TF, TIF und TOF sind Fluor-Summenparameter, mit denen sich unterschiedliche Anteile des Fluors in einer Probe erfassen und einordnen lassen. TF beschreibt den gesamten Fluorgehalt, TIF den anorganisch gebundenen und TOF den organisch gebundenen Fluoranteil. Die Parameter stehen dabei in engem analytischen und rechnerischen Zusammenhang. Welcher Wert relevant ist, hängt davon ab, welche Aussage über den Fluorgehalt einer Probe getroffen werden soll.

Inhaltsverzeichnis

Schaubild zur Beziehung zwischen anorganischem (TIF) und organischem Fluor (TOF)
KI-generiert

Kontaktieren Sie uns –
die passende Lösung ist oft näher als Sie denken.

Mit modernsten Analyseverfahren unterstützen wir Sie bei Qualitätsproblemen, Schadensfällen und Entwicklungsherausforderungen – präzise, fundiert und lösungsorientiert.

Quality Analysis bietet individuelle Lösungen für Qualitätssicherung und Schadensanalyse

TF, TIF und TOF auf einen Blick

TF, TIF und TOF stehen in engem analytischen und rechnerischen Zusammenhang, liefern aber unterschiedliche Informationen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede:

Parameter Was wird erfasst? Kernfrage
TF – Total Fluorine Gesamtes organisch und anorganisch gebundenes Fluor Wie viel Fluor ist insgesamt in der Probe enthalten?
TIF – Total Inorganic Fluorine Anorganisch gebundener Fluoranteil Welcher Anteil des Gesamtfluors ist anorganisch gebunden?
TOF – Total Organic Fluorine Organisch gebundener Fluoranteil Wie hoch ist der organisch gebundene Fluoranteil der Probe?

Die gemeinsame Betrachtung der Parameter ermöglicht eine differenziertere Einordnung des Fluorgehalts einer Probe.

Ein hoher TF-Wert allein zeigt zunächst nur, dass insgesamt viel Fluor erfasst wurde. Erst die weitere Differenzierung kann Hinweise darauf geben, wie groß der anorganisch beziehungsweise organisch gebundene Anteil ist.

Beispiel: Wird ein erhöhter TF-Wert gemessen und gleichzeitig ein hoher TIF-Anteil festgestellt, ist ein entsprechender Teil des Gesamtfluors anorganisch gebunden. Der TF-Wert allein wäre daher nicht geeignet, um daraus unmittelbar auf den Gehalt an PFAS zu schließen.

Wie hängen TF, TIF und TOF zusammen?

Ausgangspunkt ist der Gesamtfluorgehalt TF. Er umfasst organisch und anorganisch gebundenes Fluor.
TIF beschreibt den anorganisch gebundenen Anteil. TOF steht für den organisch gebundenen Fluoranteil.

Vereinfacht lässt sich der Zusammenhang so darstellen:

Wird TOF rechnerisch bestimmt, gilt entsprechend:

Bei Quality Analysis wird TOF aus den separat bestimmten Werten für TF und TIF berechnet. Das Ergebnis ist daher immer im Zusammenhang mit den eingesetzten Verfahren, deren Bestimmungsgrenzen und Messunsicherheiten zu betrachten. Andere Labore können TOF auch mit abweichenden analytischen Ansätzen bestimmen.

Wann ist welcher Fluor-Summenparameter sinnvoll?

TF, TIF und TOF betrachten dieselbe Probe aus unterschiedlichen Perspektiven. Welcher Parameter untersucht wird, richtet sich nach der analytischen Fragestellung.

TF: Wie viel Fluor ist insgesamt enthalten?

TF (Total Fluorine), auch Gesamtfluor genannt, erfasst den gesamten Fluorgehalt einer Probe – unabhängig davon, ob das Fluor organisch oder anorganisch gebunden ist. Damit eignet sich TF als übergeordneter Wert für ein Fluor-Screening. Der Parameter zeigt jedoch nicht, welche Fluorverbindungen enthalten sind oder wie sich der Fluorgehalt auf organische und anorganische Anteile verteilt.

TIF: Wie viel davon ist anorganisch?

TIF (Total Inorganic Fluorine) beschreibt den anorganisch gebundenen Fluoranteil. Der Parameter wird relevant, wenn der Gesamtfluorgehalt weiter differenziert werden soll. Bei Quality Analysis erfolgt die Bestimmung über ein internes Verfahren. Die genaue Probenvorbereitung und die Anwendbarkeit hängen von der jeweiligen Probenmatrix ab. Welche einzelnen anorganischen Fluorverbindungen vorliegen, lässt sich aus dem TIF-Wert nicht ableiten.

TOF: Wie viel davon ist organisch?

TOF (Total Organic Fluorine) beschreibt den organisch gebundenen Fluoranteil einer Probe. Bei Quality Analysis wird TOF nicht direkt gemessen, sondern aus TF minus TIF berechnet. Der Wert zeigt damit, wie viel Fluor organisch gebunden vorliegt, jedoch nicht, welche konkreten organischen Fluorverbindungen dafür verantwortlich sind.

Welche Rolle spielen TF, TIF und TOF bei der PFAS-Analytik?

TF ermöglicht zunächst einen Überblick über den gesamten Fluorgehalt einer Probe. TIF dient zur Abgrenzung des anorganisch gebundenen Anteils. TOF beschreibt den organisch gebundenen Fluoranteil, zu dem auch PFAS beitragen können.

Die Summenparameter ermöglichen damit ein breiteres Screening auf fluorhaltige Verbindungen als eine reine Analyse ausgewählter PFAS-Einzelstoffe. Sie geben jedoch keine Auskunft darüber, welche konkreten PFAS-Verbindungen in einer Probe enthalten sind. Damit sind die Fluor-Summenparameter ein wichtiger Baustein der PFAS-Analytik und unterstützen dabei, mögliche PFAS-Belastungen einer Probe weiterführend einzuordnen.

Wo ordnen sich AOF und EOF ein?

Neben TF, TIF und TOF kommen je nach Probe und Fragestellung weitere Fluor-Summenparameter zum Einsatz. AOF erfasst adsorbierbare organische Fluorverbindungen und wird insbesondere für Wasserproben eingesetzt. EOF erfasst extrahierbare organische Fluorverbindungen und ist insbesondere für Feststoffe relevant.

Fluor-Summenparameter bei Verpackungen

Seit dem 12. August 2026 gelten nach der europäischen Verpackungsverordnung PPWR konkrete PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelkontaktverpackungen. Überschreitet der Gesamtfluorgehalt 50 mg/kg, muss auf Anfrage nachvollziehbar sein, welcher Anteil des gemessenen Fluors PFAS beziehungsweise Nicht-PFAS zuzuordnen ist.

Die Differenzierung zwischen organisch und anorganisch gebundenem Fluor kann zu dieser Einordnung beitragen. TIF und TOF identifizieren jedoch keine einzelnen PFAS und ersetzen nicht die gezielten Untersuchungen, die für die Grenzwerte von 25 und 250 ppb erforderlich sein können.

Welche Analysestrategie passt zu Ihrer Probe?

Welche Summenparameter und weiterführenden Untersuchungen in der Verpackungsanalyse sinnvoll sind, hängt von der Probenmatrix und der benötigten Aussage ab. Quality Analysis bestimmt TF, TIF sowie die Summenparameter TOF, AOF und EOF mit jeweils geeigneten analytischen Verfahren. Vor der Probeneinsendung sollten Probenmaterial, Untersuchungsziel und benötigte Bestimmungsgrenzen abgestimmt werden.

Häufig gestellte Fragen zu den Fluor-Summenparametern

TF beschreibt den gesamten Fluorgehalt einer Probe. TIF erfasst den anorganisch gebundenen Fluoranteil, TOF den organisch gebundenen Anteil. Bei Quality Analysis wird TOF aus der Differenz von TF und TIF berechnet.

Nein. TOF umfasst sämtliche organisch gebundenen Fluorverbindungen und damit nicht ausschließlich PFAS. Der Wert kann Hinweise auf organisches Fluor liefern, identifiziert jedoch keine einzelnen PFAS-Verbindungen.

TOF, AOF und EOF betrachten unterschiedliche Bereiche des organisch gebundenen Fluors. TOF beschreibt den gesamten organisch gebundenen Fluoranteil einer Probe. AOF erfasst den adsorbierbaren und EOF den extrahierbaren Anteil des organisch gebundenen Fluors.

Ein hoher TF-Wert kann auch durch einen hohen anorganischen Fluoranteil verursacht werden. Erst die Bestimmung von TIF ermöglicht die Abgrenzung und damit die Ermittlung von TOF.

Summenparameter erfassen Fluoranteile über ausgewählte PFAS-Einzelstoffe hinaus. Sie eignen sich deshalb als orientierendes Screening und können zeigen, ob weiterer analytischer Klärungsbedarf besteht. Eine PFAS-spezifische Risikobewertung oder Konformitätsaussage ist allein anhand der Summenparameter jedoch nicht möglich.

TF kann als Screeningparameter für den gesamten Fluorgehalt einer Verpackungsprobe eingesetzt werden. TIF und TOF ermöglichen eine weiterführende Differenzierung in anorganisch und organisch gebundene Fluoranteile. Sie zeigen jedoch nicht, welche konkreten PFAS enthalten sind. Dafür sind ergänzende stoffspezifische Verfahren erforderlich.

Fluor-Summenparameter kurz zusammengefasst

TF, TIF und TOF ermöglichen eine differenzierte Betrachtung der Fluorbelastung: TF erfasst das gesamte Fluor, TIF den anorganisch gebundenen und TOF den organisch gebundenen Anteil. Gemeinsam mit AOF und EOF liefern die Summenparameter eine breite analytische Grundlage zur Bewertung möglicher PFAS-Belastungen. Besonders in der Verpackungsanalyse gewinnen sie durch regulatorische Anforderungen an PFAS an Bedeutung und unterstützen dabei, Fluorgehalte fundiert einzuordnen.

Menu