Blick ins innere von Bauteilen

23. März 2018 | Henrik Sauer, Nürtinger Zeitung (Nr. 69) - Pressemitteilung

Quality Analysis betreibt in Nürtingen eins der größten Dienstleistungszentren für industrielle Qualitätssicherung in Europa

Mit einer medizinischen Computertomographie, bei der der menschliche Körper in Querschnittbildern dargestellt wird, hat wohl jeder schon einmal Erfahrungen gemacht. Die Firma Quality Analysis wendet dieses Verfahren für industrielle Produkte an und ermöglicht damit einen Blick ins Innere von Bauteilen. Vergangenen Herbst ist das Unternehmen nach Nürtingen in den Großen Forst gezogen.



Die beiden Firmengründer von Quality Analysis: Josef Faigle (links) und Peter Ernst (Firmenfoto)


NÜRTINGEN. Als die beiden Chefs Josef Faigle und Peter Ernst mit ihrem Unternehmen 2008 an den Start gingen, steckte die industrielle Produktanalyse noch in den Kinderschuhen, erzählt Josef Faigle im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die industrielle Computertomographie war damals ganz neu.“ Beide setzten von Beginn an auf eine technologische Vorreiterrolle. Zweiter Fachbereich war die technische Sauberkeit, bei der durch Prüfverfahren ermittelt wird, welcher Restschmutz sich auf einem Bauteil befindet.

Rasch kamen zwei weitere Fachbereiche dazu: Bei der Messtechnik werden die Oberflächen oder Konturen von Bauteilen vermessen. Die Materialographie liefert Aussagen zur Materialbeschaffenheit. „Durch die Kombination dieser vier Analysemethoden sind wir gewissermaßen ein Vollsortimenter auf dem Gebiet der Qualitätssicherung“, sagt Faigle. Europaweit nehme man so eine führende Stellung ein, was die Breite der Analysen anbelangt.

Das Unternehmen ist in diesen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Das war auch der Grund für den Umzug von Dettingen/Teck nach Nürtingen. Am alten Standort platzte man aus allen Nähten. Neben den Automobilherstellern und Zulieferern setzen Unternehmen der Elektroindustrie, Kunststoffindustrie, Medizin, Luft- und Raumfahrt bis hin zur Archäologie auf die Dienstleistungen von Quality Analysis. „Wir weiten uns permanent aus, um für weitere industrielle wie auch wissenschaftliche Bereiche tätig zu sein“, so Faigle.

Mittlerweile ist das Unternehmen weltweit für Kunden tätig. Die digitalen Möglichkeiten der Qualitätsanalyse wurden immer mehr benötigt, sagt der Firmenchef: „Die technologische Grenze, ob ein neues Produkt funktioniert oder nicht, ist schmal und wird immer schmaler. Die Entwickler müssen heute permanent Grenzen antasten.“ Mit der Computertomographie lassen sich zum Beispiel Porositäten, Lufteinschlüsse oder feinste Risse im Inneren von Bauteilen erkennen, ohne dass diese zerstört werden müssen. Die Materialographie liefert Erkenntnisse über Bruchstellen oder wie sich Oberflächenstrukturen im Einsatz verändern. Zum Dienstleistungsspektrum zahlen neben der Problem- und Schadenanalyse aber auch Qualitätsprüfungen, Soll-Ist-Vergleiche und Serienmessungen. Das Unternehmen ist akkreditiert als unabhängiges Prüflabor.

Mit dem Neubau im Großen Forst wurden auch die Anforderungen an die Vertraulichkeit für die Kundenprodukte verbessert und abschließbare und nicht einsehbare Bereiche geschaffen – ein ganz wichtiger Aspekt, wie Faigle betont: „Ein Vertrauensverhältnis zum Kunden ist sehr wichtig.“ Bei den Prüfanlagen immer auf dem neuesten Stand zu sein, gehört für die beiden 50-jährigen Firmenchefs ebenfalls zur Firmenphilosophie. „Wir investieren konsequent jedes Jahr in neue Maschinen und Analysetechniken, um nicht in Investitionsrückstand zu geraten“, sagt Faigle. Mehr als 60 Mitarbeiter sind heute für Quality Analysis tätig. Bisher habe man keine Probleme, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu finden. Sieben Millionen Euro setzte das Unternehmen vergangenes Jahr um.

 

Energieeffizienter Neubau

Das neue Gebäude wurde in energieeffizienter Bauweise erstellt. Auch dies gehört für Faigle zu einem innovativen Unternehmen: „Auch das ist Innovation.“ Durch Wechselwirkungen von Sichtbeton, einem Speichersee, Dachbegrünung und Fotovoltaik wird der Verbrauch von Fremdenergie auf ein Minimum reduziert. Das Verwaltungsgebäude komme ohne Klimaanlage aus. In der Dienstleistungshalle, in der die Prüfungen gemacht werden, können sieben Klimazonen erzeugt werden. Ihre Regelung erfolgt über die Energie in Wassertanks.

Geplant ist am neuen Standort auch ein „Forum Zukunft – Qualität im Dialog“ mit Vortragen und Veranstaltungen. Damit mochte man den Informations- und Meinungsaustausch fordern.

„Wir können hier am neuen Standort eine Geschäftsentwicklung hinbekommen, die sich sehen lassen kann“, ist Josef Faigle überzeugt. Wo die industrielle Computertomographie überall zum Einsatz kommt, zeigt folgendes Beispiel: So wird diese Analysemethode für ein Pharmaunternehmen angewandt, um die Verteilung der Wirkstoffpellets in einer Tablette zu untersuchen. Dadurch, so erklärt Marketingleiterin Anni Holder, soll sichergestellt werden, dass beim Einnehmen zum Beispiel nur einer halben Tablette auch exakt halb so viele Wirkstoffe enthalten sind.

Quelle: Nürtinger Zeitung – Blick ins Innere von Bauteilen

 

 

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